Da in Indien nach wie vor alle Mahlzeiten auf dem Holzfeuer zubereitet werden, wird auch in dieser Gegend sehr viel Holz geschlagen. Die Abholzung der Wälder trägt jedoch zusätzlich zur Austrocknung der ohnehin durch Wassermangel geplagten Gegend bei. Unsere Überlegungen gingen also dahin, den Menschen eine Alternative zum herkömmlichen Kochen mit Holz zu bieten.

Wir stiessen daher in Indore auf eine Institution, die sich auf den Bau und Vertrieb von Solarkochern spezialisiert hat. Uns wurden dabei mehrere Modelle von Kochern vorgestellt und wir waren sehr beeindruckt von den Möglichkeiten, die sich daraus ergaben. Als bestes Modell kristallisierte sich klar ein Parabol-Kocher heraus, auf dem alle in diesem Landstrich üblichen Gerichte problemlos zubereitet werden können (inklusive der Fladenbrote, Tschapati genannt).

Nach einem in der Dattigaon-Mission abgehaltenen Trainings- und Vorführungstag, an dem viele Dorfbewohner teilnahmen, konnten wir die Bestellung von über 40 Solarkochern entgegennehmen! Die Kochen kosten ca. 180.- CHF pro Stück, wobei die Besteller 10% der Kosten selber übernehmen. Dies ist ein Betrag, der für sie noch erschwinglich ist und da der Kocher dann einen Preis hat, hat er auch einen Wert. So wird der Solarkocher von den Dorfbewohnern auch wirklich benutzt und nicht als ein gratis überlassenes „Spielzeug“ angesehen. Mittlerweile sind 50 Solarkocher in den Dörfern und in der Mission in Betrieb. Diese wurden von uns anlässlich dieses Aufenthaltes überprüft und mit Nummern versehen, so dass genau über Standort und Nutzung berichtet werden kann.

Instruktion, Montage und Kochanleitungen gehört zu unserem Solarprogramm
  Astrid beim Anschreiben der Solarkocher
Momentane Kochstelle für 400 Kinder Essensausgabe
   
Essen im Freien, ohne Schutz vor Sonne und Regen Geplante Solarküche (Bild einer bestehenden in Jhabua)


Solarküche

Da in der Missionsküche täglich ca. 150kg Holz nur zum Kochen der Mahlzeiten „verheizt“ wurden und die Kosten für das Holz fast gleich hoch waren wie für das Essen, wurde von „together“ der Bau einer Solarküche geplant. Im Jahr 2006 konnte dann Dank der Hilfe durch den Liechtensteinischen Entwicklungsdienst (LED) die neue Küche mit vier grossen Parabolspiegeln gebaut werden. Die Küche kann ausser in der Regenzeit das ganze Jahr über betrieben werden und stellt dabei eine sehr grosse Entlastung für Mensch und Umwelt und nicht zuletzt auch für die Betriebskosten der Mission dar.

Montage der Parabolspiegel  Gudio beim Testen des Brennpunkts
 
Fertig gestellte Solarküche im Jahr 2006  

 

Photovoltaik-Anlage

Als weiteres Kleinprojekt des Liechtensteinischen Entwicklungsdienstes konnte im Dezember 2010 die Installation einer Photovoltaik-Anlage realisiert werden. Dank der wertvollen Mithilfe von Gabriel Gerner, Marcos Garcia Tome und Gallus Keller, die die Planung, Dimensionierung, Bestellung und Installation der Anlage vor Ort übernahmen, konnte dieses Projekt erfolgreich innert kurzer Frist durchgeführt werden. Die Anlage liefert nun Strom für Licht, Ventilatoren, PC's und Haushaltsgeräte im neu erbauten Trainingscenter für Biologische Landwirtschaft in Dattigaon. Ebenfalls konnte das nahe gelegene Wohnheim der Kinder und das Missionsgebäude an die Anlage angeschlossen werden. Dadurch nun endlich über 24 Stunden am Tag über Strom und elektrisches Licht zum Lernen zu verfügen ist ein wirklich ungewohnter "Luxus" für die Kinder von Dattigaon.

Gabriel bei der Vormontage der Gestelle für die Solarpanels Gabriel und Marcos bei der Montage
Batterie zur Stomspeicherung mit Steuerung Steuergerät
   
Christoph, Marcos, Gallus, Gabriel und Brijesh Gallus, Father Edward, Christoph, Gabriel und Marcos
im Steuerungs- und Batterierau